Igel sind häufige und gern gesehene Besucher in Gärten. Sie sind nützlich, weil sie helfen, Schädlinge wie Schnecken und Insekten auf natürliche Weise zu bekämpfen. Ihre Anwesenheit bringt jedoch auch Herausforderungen mit sich – sie können verschiedenen Gefahren ausgesetzt sein und haben Schwierigkeiten, einen geeigneten Unterschlupf zu finden. In diesem Beitrag finden Sie praktische Tipps, wie Sie Igel schützen, richtig füttern und ein igelfreundliches Umfeld in Ihrem Garten schaffen können.
Warum ist es gut, Igel im Garten zu haben?
Igel spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem Ihres Gartens. Ihre Anwesenheit bringt sowohl der Natur als auch den Gärtnern viele Vorteile. Welche sind die wichtigsten Vorteile?
- Natürliche Schädlingsbekämpfung – Igel fressen gerne Schnecken, Insekten und andere Schädlinge und tragen so zum Schutz der Pflanzen bei.
- Gleichgewicht im Ökosystem – indem sie kleine Wirbellose fressen, tragen Igel zur natürlichen Regulierung der Populationen verschiedener Arten bei.
- Hilfe für geschützte Arten – viele Igelarten, darunter auch der Westeuropäische Igel, stehen unter Naturschutz und sind besonders im Herbst und Winter auf menschliche Hilfe angewiesen.
- Unterstützung der Artenvielfalt – ein igelfreundliches Umfeld hilft auch anderen Kleintieren, die im Garten Unterschlupf finden können.
Wie können Sie Ihren Garten igelfreundlich gestalten?
Um Ihren Garten igelfreundlich zu gestalten, lohnt es sich, einige Veränderungen vorzunehmen. Die richtigen Bedingungen erleichtern es den Igeln, Unterschlupf und Nahrung zu finden.
- Natürliche Verstecke – Igel suchen Schutz in Laub-, Ast- und Holzhaufen, daher lohnt es sich, solche Stellen im Garten zu belassen.
- Sichere Zäune – zu dicke Zäune erschweren den Igeln die Fortbewegung. Lassen Sie daher kleine Durchgänge, damit sich die Igel frei zwischen den Grundstücken bewegen können.
- Schutzhäusschen – Bauen Sie ein Schutzhäusschen, in dem sich das Tier verstecken kann.
Welche Gefahren lauern für Igel im Garten?
Obwohl der Garten ein sicherer Zufluchtsort für Igel sein kann, gibt es viele Dinge, die für Igel gefährlich sein können. Eine der größten Gefahren sind Mähroboter, die nachts laufen, wenn Igel am aktivsten sind. Da die Tiere die Gefahr nicht erkennen, können sie sich schwer verletzen.
Auch ungesicherte Teiche und Swimmingpools sind gefährlich, da die Igel nicht herauskommen können. Um ein Ertrinken zu verhindern, sollten Rampen oder Notausgänge vorhanden sein. Ein weiteres Problem stellen chemische Pflanzenschutzmittel dar. Pestizide vergiften die Nahrung der Igel und führen zu schweren Gesundheitsschäden. Wichtig ist auch die richtige Sicherung von Netzen und Zäunen – Igel können sich darin verheddern oder in engen Spalten stecken bleiben.
Schutzhäusschen für Igel – lohnt es sich?
Ein Schutzhäusschen im Garten ist eine einfache Möglichkeit, diese nützlichen Tiere zu unterstützen. Ein Schutzhäusschen kann für Igel ein sicherer Ort sein, an dem sie sich ausruhen oder sogar Winterschlaf halten können. Fertige Schutzhäusschen sind in Gartencentern erhältlich, können aber auch leicht selbst gebaut werden. Sie sollten stabil und feuchtigkeitsbeständig sein und einen kleinen Eingang von ca. 13 cm Durchmesser haben, um die Igel vor Fressfeinden zu schützen.
Der beste Platz für ein Schutzhäusschen ist eine ruhige, abgelegene Ecke im Garten, die durch Pflanzen oder einen Laubhaufen geschützt wird. Es empfiehlt sich, das Innere mit trockenem Laub oder Heu auszustreuen, um eine gemütliche Umgebung zu schaffen. Einmal im Jahr, am besten im Frühling, sollte das Schutzhäusschen geleert und feuchtes Material entfernt werden.
Beifütterung von Igeln – wann und womit?
Unter natürlichen Bedingungen können Igel sich selbst versorgen, aber manchmal brauchen sie etwas Hilfe – vor allem im Spätherbst, wenn junge Igel nicht genug Zeit haben, vor dem Winter an Gewicht zuzulegen. Denken Sie jedoch daran, dass Igel nur in Maßen gefüttert werden sollten. Igel sollten im Sommer nicht überfüttert werden, damit sie nicht die Gewohnheit verlieren, selbst nach Nahrung zu suchen.
- Wählen Sie gesundes Futter – am besten geeignet sind spezielles Igelfutter, feuchtes Katzenfutter oder gekochtes Fleisch ohne Gewürze.
- Füttern Sie keine Milch oder Brot – dies kann zu schweren Verdauungsproblemen führen.
- Sorgen Sie für einen geeigneten Futterplatz – Futter- und Wassernäpfe sollten an einem ruhigen, geschützten Ort aufgestellt werden, damit der Igel stressfrei fressen kann.
Winterschlaf der Igel – Wie können sie den Igeln einen sicheren Winterschlaf gewährleisten?
Der Winterschlaf ist eine wichtige Phase im Leben eines Igels. Er beginnt normalerweise im Spätherbst, wenn die Temperaturen sinken und die Nahrung knapp wird. Im Winterschlaf verlangsamt der Igel seinen Stoffwechsel und spart so Energie. Um den Winter zu überleben, braucht er einen geeigneten Unterschlupf und ein ausreichendes Körpergewicht – junge Igel sollten mindestens 500–600 Gramm wiegen.
Um den Igeln eine sichere Umgebung für den Winterschlaf zu bieten, ist es sinnvoll, Winterquartiere im Garten zu belassen, z. B. Laubhaufen, Reisighaufen oder spezielle Schutzhäusschen aufzubauen. Diese sollten in den kalten Monaten nicht gereinigt werden, um den Schlaf der Tiere nicht zu stören. Ist der Igel im Herbst sehr klein oder schwach, kann er den Winter ohne menschliche Hilfe nicht überleben – in solchen Fällen lohnt es sich, eine Wildtierschutzstation aufzusuchen.
Wann braucht ein Igel Ihre Hilfe?
Nicht in jeder Situation ist menschliches Eingreifen notwendig, aber es gibt Situationen, in denen es sich lohnt zu reagieren. Verletzte, geschwächte oder abgemagerte Tiere brauchen vor allem im Spätherbst dringend Hilfe. Ein Igel braucht Hilfe, wenn er vor dem Winter weniger als 500 Gramm wiegt – ohne ausreichende Fettreserven überlebt er den Winterschlaf nicht.
Auch tagaktive Igel sind ein Warnsignal – sie können krank, dehydriert oder hungrig sein. In diesem Fall ist es ratsam, ihnen einen warmen Unterschlupf zu bieten und sich an eine Igelschutzstation zu wenden.
Fazit
Igel sind nützliche Tiere, die Gärten auf natürliche Weise vor Schädlingen schützen. Ihr Überleben hängt jedoch oft von der Hilfe des Menschen ab. Durch die Schaffung einer igelfreundlichen Umgebung können die Lebensbedingungen der Igel erheblich verbessert werden. Wenn ein Igel Hilfe braucht, d. h. der Igel ist verletzt, schwach oder zu klein für den Winterschlaf – wenden Sie sich am besten an einen Fachmann. Mit diesen kleinen Maßnahmen kann jeder Garten zu einem sicheren und nahrhaften Lebensraum für Igel werden.