Wenn Sie einen Hund oder eine Katze zu Hause haben und über einen Garten verfügen, sollten Sie darüber nachdenken, wie Sie diesen Bereich für Ihr Haustier möglichst sicher gestalten können. Ein gut konzipierter Garten kann für Ihr Tier ein Ort der Entspannung, der Aktivität und der täglichen Erkundung sein. In diesem Artikel geben wir Ihnen Tipps, wie Sie einen tierfreundlichen Garten einrichten können, worauf Sie bei der Auswahl der Pflanzen achten sollten, wie Sie Gefahren vermeiden können und wie Sie die natürlichen Bedürfnisse Ihres Hundes und Ihrer Katze unterstützen können.
Warum lohnt es sich, einen freundlichen Garten für das Haustier zu entwickeln?
Wenn Sie sich fragen, warum man einen Garten überhaupt mit Blick auf Tiere gestalten sollte, ist die Antwort ganz einfach: Man tut es für ihr Wohlbefinden, ihre Gesundheit und ihre Sicherheit.
Der Garten kann zu einer natürlichen Erweiterung des Hauses werden, zu einem Ort, an dem sich Ihr Hund oder Ihre Katze frei bewegen, ausruhen und spielen kann, ohne den Gefahren ausgesetzt zu sein, die für städtische Straßen oder geschlossene Räume typisch sind. Für einen Hund ist es eine Möglichkeit zum Laufen, Graben und Schnüffeln. Für eine Katze – zum Erkunden, Klettern und Beobachten.
Der Garten als gemütlicher Ort ist auch eine Ruhezone, insbesondere für ängstliche oder geräuschempfindliche Tiere. Ein gut gestalteter Raum reduziert Stress, verbessert das Wohlbefinden und gibt dem Tier das Gefühl, ein eigenes, sicheres Territorium zu haben.
Sichere Umzäunung und Bereiche im Garten
Ehe Sie mit dem Pflanzen und der Planung von Wegen beginnen, sollten Sie sich um das Wichtigste kümmern – den Zaun. Er entscheidet darüber, ob Ihr Hund nicht hinter der Katze der Nachbarn herläuft oder ob die Katze nicht auf eigene Faust die Welt erkundet. Ein gut ausgewählter Zaun schützt nicht nur Ihr Haustier, sondern auch Sie vor Stress.
Falls ein Hund im Haus lebt, sollte der Zaun mindestens 150 cm hoch sein und keine großen Lücken aufweisen. Achten Sie darauf, dass es keine Stellen gibt, durch die sich Ihr Hund hindurchzwängen oder welche er untergraben könnte. Eine gute Lösung kann es sein, das Netz etwa 20-30 cm tief in den Boden einzugraben oder vorgefertigte Betonelemente im unteren Zaunteil zu verwenden. Katzen sind eine Herausforderung einer anderen Art – sie können fast auf alles klettern.
Wenn Sie die Fluchtmöglichkeiten Ihrer Katze einschränken möchten, bringen Sie ein Netz über dem Zaun an oder verwenden Sie gebogene Zaunenden. Sie können auch eine Voliere oder einen ‚Catio‘ bauen – einen mit Netzen umzäunten Auslauf, in dem Ihre Katze ohne Risiko die frische Luft genießen kann. Achten Sie auch darauf, dass Ihr Garten klar abgegrenzte Bereiche hat. Der Spielbereich kann eine Rasenfläche und eine Bahn zum Laufen umfassen.
Der Ruheplatz sollte im Schatten liegen – stellen Sie dort ein Hundebett oder eine Hütte auf. Vergessen Sie nicht, einen Wasserschüssel aufzustellen – am besten mehrere, die an verschiedenen Stellen verteilt sind. Wenn Sie Ihre Pflanzen zusätzlich schützen möchten, verwenden Sie Zäune für Kleintiere – diese trennen die Beete wirksam von Pfoten und Krallen.
Zu Hunden und Katzen passende Pflanzen
Bei der Auswahl der Pflanzen für Ihren Garten sollten Sie sich nicht nur vom Aussehen leiten lassen. Überlegen Sie, ob die jeweilige Pflanze bei Hautkontakt mit Ihrem Haustier unbedenklich ist und – was ebenfalls wichtig ist – auch dann, was passiert, wenn sie gefressen wird. Nachstehend finden Sie eine Liste mit Arten, die Sie bedenkenlos pflanzen können.
- Katzenminze (Katzenkraut) – wirkt stimulierend auf Katzen und regt sie zu Aktivitäten an. Es ist auch für Hunde völlig unbedenklich.
- Lavendel – ihr Duft wirkt abschreckend auf einige Insekten, ist aber für Tiere unschädlich. Außerdem ist sie widerstandsfähig gegen Dürre.
- Quendel – ein Bodendecker, der gut trittfest ist und keine Gefahr für Hunde oder Katzen darstellt.
- Echter Thymian und Majoran – Kräuter, die leicht anzubauen und völlig unschädlich sind. Sie können sie in der Nähe von Wegen und Schlafplätzen pflanzen.
- Dornlose Rose – eine blühende Verzierung, die weder die Gesundheit der Tiere gefährdet noch mechanische Verletzungen verursacht.
- Zitronenverbene – riecht wunderbar, zieht bestäubende Insekten an und ist gleichzeitig nicht giftig für Ihr Haustier.
Es lohnt sich, auf Vielfalt zu setzen – verschiedene Texturen, Farben und Düfte stimulieren die Sinne von Hunden und Katzen und ermöglichen gleichzeitig die Gestaltung eines ästhetischen und funktionalen Gartens.
Pflanzen, die bei Gärten mit Hausieren eher vermieden werden sollen
Leider können viele beliebte Zierpflanzen für Haustiere gefährlich sein. Eine Vergiftung kann bereits nach dem Verzehr eines kleinen Teils der Pflanze auftreten – und bei einigen Arten können die Folgen gravierend sein.
- Maiglocke – schön, aber stark giftig. Kann Herzstörungen, Erbrechen und Schwäche verursachen.
- Rhododendron – der Verzehr seiner Blätter führt zu Speichelfluss, Krämpfen und sogar zum Koma.
- Eibe – die Nadeln und Samen sind sehr giftig. Es ist besser, ihn im Garten mit Haustieren ganz zu vermeiden.
- Oleander – eine attraktive Pflanze mit starker toxischer Wirkung. Selbst Berühren kann gefährlich sein.
- Gemeine Efeu – wird häufig an Zäunen gepflanzt. Das Verschlucken von Blättern oder Früchten kann neurologische und gastrische Symptome hervorrufen.
- Tulpen, Narzissen, Hyazinthen – alle Zwiebelblumen sind potenziell giftig, insbesondere ihre Zwiebeln.
Die natürlichen Bedürfnisse der Hunde und Katzen im Garten
Ihr Liebling braucht mehr als nur einen Rasen. Der Garten sollte seinen natürlichen Bedürfnissen entsprechen. Hunde wollen laufen, graben und schnüffeln. Katzen müssen klettern, die Welt aus der Höhe beobachten und sich verstecken können. Wenn Sie möchten, dass Ihr Garten Ihrem Tier wirklich dient, schaffen Sie einen Raum, der dies ermöglicht.
Für Ihren Hund können Sie einen speziellen Bereich zum Graben anlegen – dazu reicht eine Kiste mit Sand oder eine Stelle mit lockerem Boden. Wenn Sie dort ein paar versteckte Spielzeuge hinlegen, ist Ihr Hund für lange Zeit beschäftigt. Die Wege im Garten können so angelegt werden, dass sie den natürlichen Routen entsprechen, die sich der Hund selbst aussucht.
Katzen lieben es, die Umgebung von oben zu beobachten – bringen Sie daher Holzbretter oder Dachvorsprünge an oder nutzen Sie Zaunelemente, um vertikale Wege zu schaffen. Dichte Sträucher, schützende Vegetation und kleine Häuschen sind ideale Zufluchtsorte bei Regen, Lärm oder zu intensiver Sonneneinstrahlung. Achten Sie auch auf eine Vielfalt an Texturen – Gras, Kies, Holz, Steine. So hat Ihr Vierbeiner Zugang zu unterschiedlichen Reizen, die seine Sinne anregen und ihn zu Aktivitäten anspornen.
Ein freundlichen Raum – worum noch soll man sich kümmern?
Neben Pflanzen und Zäunen lohnt es sich, den Garten mit Alltagsgegenständen auszustatten. Diese kleinen Details können den Komfort Ihres Haustieres – und Ihren Seelenfrieden – erheblich beeinflussen.
- Hundehütte – am besten aus Holz, gut isoliert und an einem schattigen Ort aufgestellt. Schützt vor Regen und Hitze.
- Niedrige Terrassen und Plattformen – dadurch kann die Katze oder der kleinere Hund die Umgebung beobachten und sich sicherer zu fühlen.
- Schlafplatz im Freien – ein Kissen oder eine Matte im Schatten ermöglichen Erholung in Komfort.
- Wasserschüssel – nicht nur eine aufstellen. Mehrere Schalen an verschiedenen Stellen im Garten aufstellen, besonders an wärmeren Tagen.
- Natürlicher Schatten – eine Hecke, ein Gartenschirm oder Laubbäume sind die besten Lösungen, die nicht nur Schutz bieten, sondern auch eine gemütliche Atmosphäre schaffen.
- Natürliche Pflanzenschutzmittel – vermeiden Sie chemische Düngemittel und Spritzmittel. Wählen Sie pflanzliche Mittel, die für Hunde und Katzen unbedenklich sind.
Wie vermeidet man Gefahren im Garten?
In jedem Garten können gefährliche Faktoren auftreten. Als Tierhalter können Sie diese jedoch auf einfache Weise verhindern. Lassen Sie vor allem keine scharfen Werkzeuge in Reichweite der Pfoten liegen. Gartenscheren, Rechen, Zaundraht – verstauen Sie diese in einer verschließbaren Kiste oder einem Schuppen. Achten Sie auch auf kleine Dekorationsgegenstände – Steine, Glaskugeln oder Teile von Springbrunnen können verschluckt werden.
Wenn Sie Pflanzenschutzmittel verwenden, stellen Sie sicher, dass diese für Tiere unbedenklich sind, oder bewahren Sie sie außerhalb ihrer Reichweite auf. Es ist allgemein besser, Chemikalien im Garten zu vermeiden – nicht nur wegen Ihres Hundes oder Ihrer Katze, sondern auch wegen wild lebender Tiere und der Umwelt. Wenn der Garten an eine Straße grenzt, sollte das Tor mit einer Verriegelung gegen selbstständiges Öffnen versehen sein. Es ist auch ratsam, über eine äußere Absicherung nachzudenken – z. B. einen zusätzlichen niedrigen Zaun, der einen Teil des Gartens vom Tor trennt.
Gemeinsame Zeit im Garten
Der Garten kann Ihr gemeinsamer Ort sein. Mit dem Hund spielen, die Katze im Schatten streicheln, mit dem Kind im Gras liegen – es sind diese alltäglichen Momente, die Nähe schaffen. Im Garten können Sie Ihren Kindern beibringen, wie man Tiere pflegt, gemeinsam Pflanzen hegt und Rituale schafft, die Ihre Beziehung stärken. Katzen nehmen gerne an „Spaziergängen” auf dem Grundstück teil, und Hunde können mit Ihnen Befehle üben, einem Ball hinterherlaufen oder einfach neben Ihnen liegen, während Sie auf der Terrasse Kaffee trinken.
Zusammenfassung
Ihr Garten kann viel mehr sein als nur eine grüne Fläche. Wenn Sie ihn mit Blick auf Ihr Haustier gestalten, wird er für Ihnen mit einem sicheren, komfortablen und fröhlichen Ort sein, wo sich Ihr Tier wie zu Hause fühlen wird. Die Gestaltung eines tierfreundlichen Gartens ist eine Investition, die sich jeden Tag auszahlt – durch mehr Wohlbefinden, Ruhe und eine schöne Beziehung zwischen Ihnen und Ihrem Haustier.